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Im Studienjahr 2003/04 unterstützte die VCS ein Bildungsprojekt in Albanien.

 

Die Situation der Kinder in Shkodra, Albanien

 

Shkodra, die Stadt, in der das Internatsprojekt errichtet werden soll, liegt im Norden Albaniens und hat in den letzten acht Jahren seitens der Regierung wenig finanzielle Hilfen bekommen, weniger noch als andere Städte Albaniens – und dies besonders auch wegen politischer Probleme.

Die Kinder in Albanien wachsen in der derzeitigen Situation mit vielen falschen Vorstellungen auf. Die Zukunftsperspektiven, die die Erwachsenen haben, vermitteln sie auch ihren Kindern. Und das sind: Armut, Hoffnungslosigkeit, Wertdefizit, Gewalt, Chaos.

Wenige Eltern nehmen sich genügend Zeit für ihre Kinder. Diese werden weitgehend sich selbst überlassen. Sie verbringen viel Zeit unkontrolliert. Es gibt keine kindgerechten Veranstaltungen in kultureller oder sportlicher Hinsicht.

 

Die Situation und Rolle der Schule bzw. Bildung

 

Eine sehr wichtige Rolle in der Vorsorge und zur Linderung einer solch prekären Situation kommt in einem hohen Maße der Schule, bzw. der Aus- und Fortbildung zu. Sie ist die Garantie für die positive Entwicklung der Gesellschaft.

Die großen Schwierigkeiten der letzten Jahre haben auch auf die Schule stark eingewirkt. In vielen Schulen findet der Unterricht aus verschiedenen Gründen gar nicht statt, weil Schüler (und Lehrer) gar nicht zum Unterricht erscheinen. Die wirtschaftliche Armut und die Notlage der Lehrer führt dazu, dass viele Schüler fiktive Zeugnisse bekommen.

Noch schlimmer sieht die Situation in den Hochschulen aus, wo die zukünftigen Ärzte, Techniker und Juristen positive Prüfungsergebnisse mit Geld erreichen.

Die Schulen, angefangen von den Gebäuden bis zur Einrichtung und den Lehrmitteln, sind in einem unzumutbaren Zustand.

In Shkodra gibt es bis jetzt einige Privatschulen: eine Volksschule, die von Sacre coeur-Schwestern aus Italien geführt wird, ein Gymnasium von Jesuiten geleitet, eine Haushaltungsschule der Salesianerinnen und seit neuem eine Hochschule, die von Jesuiten geführt wird und einen sehr guten Ruf hat.

 

Die Arbeit unserer Schwestern in Albanien

 

Wir Franziskanerinnen sind von unserem Gründungsauftrag her ein "Schulorden", der in Graz seine Wurzeln hat. Unsere Gründerin Franziska Antonia Lampel war eine der ersten, die eine Internatsschule für Mädchen in Graz errichtete. (1836). Diese Tradition haben wir bis heute beibehalten, wenn wir auch - je nach Bedürfnissen der Zeit - andere Tätigkeiten hinzugenommen haben. Unsere Schwestern aus der Provinz Montenegro arbeiten seit 1992 in Albanien.

Folgende Projekte konnten wir seit 1992 realisieren, dank der Unterstützung auch von verschiedenen Institutionen und Wohltätern.

 

* Shkodra hat ein Schwesternhaus, in das junge Mädchen aufgenommen werden, die sich für das Ordensleben interessieren.

* Hoti i Ri:

1. Ein Kindergarten, bestehend aus zwei Gruppen mit insgesamt 60 Kindern

2. Eine Berufsschule mit Kursen für Kochen, Schneiderei und EDV.

* Kallmet:

Hier haben wir ein Projekt, das noch nicht fertig gestellt ist. Es handelt sich um einen Kindergarten und eine Volksschule. Das Schulgebäude ist bereits gebaut, aber noch nicht eingerichtet. Es wird aufbauend bis zur 4. Klasse bereits unterrichtet.

* In Lezhe ist ein Projekt in Planung. Auf einem Grundstück von 10.000 m² soll eine Volksschule mit 8 Klassen und ein Schwesternhaus errichtet werden.

 

Das Internatsgebäude in Shkodra

 

Der Bauplan ist eine Diplomarbeit zweier Architekturstudentinnen, die vor zwei Jahren ihr Studium an der TU in Graz abgeschlossen haben. Eine von ihnen, Anita Vrabec stammt aus Kroatien, u.zw. aus Vukovar, das im Krieg total zerstört worden war. Sie war Schülerin an unserem ORG, erlernte die deutsche Sprache in kurzer Zeit und maturierte mit ausgezeichnetem Erfolg. Auch als Studentin wohnte sie in unserem Internat. Die 2. Studentin kam aus Slowenien. Beide waren mit Feuereifer bei der Entwicklung des Projektes und holten sich vor Ort die nötigen Kenntnisse, wie Bodenbeschaffenheit und dgl.

Nutznießer des geplanten Projektes wird die gesamte Region sein. Die Wichtigkeit der Schulbildung und vor allem die Möglichkeiten einer sicheren Unterbringung der Jugendlichen, in erster Linie der Mädchen, ist das größte Anliegen der Eltern und Erziehungsberechtigten.

Wie unsicher und gefährlich das ganze Umfeld für Jugendliche ist, versuchte ich schon darzustellen. Shkodra ist dank der hier angesiedelten Privatschulen so etwas wie eine Schulstadt geworden und das Zuzugsgebiet von Schülern und Studenten ist sehr weit gestreut.

 

Viele Aktionen waren und sind noch heute notwendig, um der albanischen Bevölkerung ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen zu können.

Darum sind wir auch sehr dankbar für jede Art der Hilfe.

 

Unsere Ansprechpartnerin bei diesem Projekt:

Sr. Irmgard Anna Windisch

Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis

Georgigasse 84

8020 Graz

 

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